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Klimaänderungen, Saubere Energie und nachhaltige Entwicklung

Gleneagles, 8 Juli 2005

- Übersetung nicht authorisiert -

Klimaänderungen, saubere Energie und nachhaltige Entwicklung

1. Wir sehen uns ernsten und miteinander verbundenen Herausforderungen bei der Be wältigung der Klimaänderungen, der Förderung sauberer Energie und der Verwirkli chung nachhaltiger Entwicklung weltweit gegenüber.

(a) Klimaänderungen sind eine ernste und langfristige Herausforderung, die jeden Teil des Globus betreffen kann. Wir wissen, dass ein gestiegener Energiebedarf und -verbrauch aus fossilen Brennstoffen und durch andere menschliche Tä tigkeiten zum großen Teil zum verstärkten Ausstoß von Treibhausgasen bei trägt, die mit der Erwärmung der Erdoberfläche in Zusammenhang gebracht werden. Während in unserem Verständnis der Klimawissenschaft noch Unsi cherheiten bleiben, wissen wir genug, um jetzt zu handeln und einen Kurs ein zuschlagen, auf dem wir die Zunahme der Treibhausgase verlangsamen und, soweit die Wissenschaft dies rechtfertigt, stoppen und dann umkehren werden.

(b) Es wird erwartet, dass der weltweite Energiebedarf während der nächsten 25 Jahre um 60 % steigt. Dies kann eine erhebliche Zunahme der Treibhaus gasemissionen verursachen, die mit Klimaänderungen in Verbindung gebracht werden.

(c) Sichere, zuverlässige und erschwingliche Energiequellen sind von fundamen taler Bedeutung für die wirtschaftliche Stabilität und Entwicklung. Der wach sende Energiebedarf stellt angesichts des zunehmenden Rückgriffs auf globale Energiemärkte eine Herausforderung für die Energiesicherheit dar.

(d) Eine Verringerung der Verschmutzung schützt die Gesundheit der Menschen und die Ökosysteme. Dies trifft insbesondere in den Entwicklungsländern zu. Die Luft- und Wasserqualität muss verbessert werden, um die durch Atem wegserkrankungen verursachten Leiden zu lindern, die Kosten für das öffentli che Gesundheitswesen zu senken und das Leben der Menschen zu verlängern.

(e) Etwa zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu modernen Energie dienstleistungen. Wir müssen mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um den Zugang zu Energie zu verbessern, wenn wir die Verwirklichung der auf dem Millenniums-Gipfel im Jahr 2000 vereinbarten Ziele unterstützen wollen.

2. Wir werden jetzt entschlossen und mit Dringlichkeit handeln, um unsere gemeinsa men, vielfältigen Ziele der Verringerung von Treibhausgasemissionen, der Verbesse rung der globalen Umwelt, der Stärkung der Energiesicherheit und der Verringerung der Luftverschmutzung in Verbindung mit unseren energischen Anstrengungen zur Bekämpfung der Armut zu verwirklichen.

3. Es ist in unserem globalen Interesse, untereinander und in Partnerschaft mit wichtigen Schwellenländern zusammenzuarbeiten, um Möglichkeiten zur substanziellen Verrin gerung der Treibhausgasemissionen sowie zur Verwirklichung unserer anderen Schlüsselziele zu finden, darunter die Förderung von schadstoffarmen Energiesyste men. Die entwickelten Volkswirtschaften haben die Pflicht zu handeln.

4. Wir bekräftigen unser Bekenntnis zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Natio nen über Klimaänderungen (UNFCCC) und seinem übergeordneten Ziel, die Konzent ration von Treibhausgasen in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren, das gefährliche anthropogene Eingriffe in das Klimasystem verhindert. Wir bekräftigen die Bedeutung der Arbeit der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe über Kli maänderungen (IPCC) und sehen ihrem Bericht im Jahr 2007 erwartungsvoll entge gen.

5. Uns bietet sich jetzt eine große Chance. Im Laufe der nächsten 25 Jahre werden schät zungsweise 16 Billionen US-Dollar in die Energiesysteme der Welt investiert werden müssen. Nach Angaben der IEA bestehen erhebliche Chancen, dieses Kapital kosten effektiv in sauberere Energietechnologien und in Energieeffizienz zu investieren. Da Entscheidungen, die wir heute treffen, Investitionen festschreiben und Emissionen auf Jahrzehnte hinaus steigern könnten, ist es wichtig, jetzt klug zu handeln.

6. Wir werden daher weitere Maßnahmen treffen, um

(a) Innovation, Energieeffizienz und -einsparungen zu fördern, politische, ord nungspolitische und finanzielle Rahmenbedingungen zu verbessern und den Einsatz saubererer Technologien, insbesondere schadstoffärmerer Technolo gien, zu beschleunigen;

(b) mit Entwicklungsländern mit dem Ziel zusammenzuarbeiten, private Investiti onen und privaten Technologietransfer zu fördern und dabei deren eigenen Be darf und ihre Prioritäten im Energiebereich zu berücksichtigen;

(c) das Bewusstsein für Klimaänderungen und die anderen vielfältigen Herausfor derungen, denen wir uns gegenüber sehen, sowie für die Mittel, ihnen zu be gegnen, zu schärfen und Informationen zur Verfügung zu stellen, die die Wirtschaft und die Verbraucher benötigen, um Energie besser zu nutzen und Emis sionen zu verringern.

7. Die Anpassung an die Auswirkungen von Klimaänderungen infolge natürlicher und menschlicher Faktoren stellt eine hohe Priorität für alle Staaten dar, insbesondere in Gegenden, in denen vermutlich die stärksten Veränderungen zu verzeichnen sind, wie beispielsweise in der Arktis, der afrikanischen Sahel-Zone und anderen semiari den Regionen, niedrig gelegenen Küstenzonen und kleinen Inselstaaten, die auch vom Absinken bedroht sind. Während wir an unseren eigenen Anpassungsstrategien arbei ten, werden wir den Entwicklungsländern dabei helfen, Kapazitäten aufzubauen, um ihre Widerstandsfähigkeit zu verbessern und Anpassungsziele in nachhaltige Ent wicklungsstrategien einzubringen.

8. Die Bekämpfung der Klimaänderungen und die Förderung sauberer Technologien bei gleichzeitigem Streben nach Energiesicherheit und nachhaltiger Entwicklung werden eine global abgestimmte Anstrengung über einen langen Zeitraum hinweg erfordern.

9. Wir kommen daher überein, einen Dialog über Klimaänderungen, saubere Energie und nachhaltige Entwicklung zu führen, und laden andere interessierte Staaten mit erhebli chem Energiebedarf ein, sich uns anzuschließen. Wir werden

(a) uns mit der strategischen Herausforderung der Umwandlung unserer Energie systeme mit dem Ziel, eine sicherere und nachhaltigere Zukunft zu gestalten, befassen;

(b) die Umsetzung der im Aktionsplan von Gleneagles eingegangenen Verpflich tungen überwachen und ausloten, wie auf diesen Fortschritten aufgebaut wer den kann;

(c) bewährte Verfahren zwischen den teilnehmenden Regierungen austauschen.

10. Wir werden unsere Regierungen auffordern, den Dialog fortzuführen. Wir begrüßen das Angebot Japans, auf dem Gipfeltreffen im Jahr 2008 einen Bericht entgegenzu nehmen.

11. Wir werden mit geeigneten Partnerschaften, Institutionen und Initiativen einschließ lich der Internationalen Energie-Agentur (IEA) und der Weltbank zusammenarbeiten:

(a) Die IEA wird beratend zu alternativen Energieszenarien und -strategien Stel lung nehmen, die auf eine saubere, intelligente und wettbewerbsfähige Zukunft im Energiesektor abzielen;

(b) die Weltbank wird eine Führungsrolle bei der Schaffung eines neuen Rahmens für saubere Energie und Entwicklung spielen, einschließlich Investitionen und Finanzierung.

12. Im Anschluss an den erfolgreichen Runden Tisch der Energie- und Umweltminister in London im März wird das Vereinigte Königreich in der zweiten Jahreshälfte Treffen zur Fort führung des Dialogs abhalten, auch durch die Ausarbeitung konkreter Umsetzungs pläne für die Durchführung jeder der Verpflichtungen aus dem Aktionsplan.

13. Wir begrüßen die Entscheidung Russlands, das Thema Energie zum Schwerpunkt sei ner G8-Präsidentschaft im Jahr 2006 zu machen, sowie das Programm der Treffen, die Russland abzuhalten plant.

14. Wir erkennen an, dass das UNFCC das geeignete Forum für Verhandlungen über künftige Maßnahmen auf dem Gebiet der Klimaänderungen darstellt. Diejenigen von uns, die das Kyoto-Protokoll ratifiziert haben, begrüßen dessen Inkrafttreten und wer den sich für seinen Erfolg einsetzen.

15. Wir werden gemeinsam daran arbeiten, die Ziele und Vorstellungen, auf die wir uns heute geeinigt haben, voranzutreiben, und sie in die Arbeit der VN-Konferenz über Klimaänderungen in Montreal im Jahr 2005 einfließen lassen. Wir sind entschlossen, die globale Diskussion über langfristiges kooperatives Handeln zur Bewältigung der Klimaänderungen in diesem Forum voranzubringen.

Ursprung: Bundesregierung

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